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Faustballkrimi in Rosenheim

06.05.2018: Nach 0:4 Satzrückstand erkämpft sich der TVK einen 5:4 Sieg

Was war da denn los an der Turneralm in Rosenheim?! Vier Sätze lang fand die Mannschaft von Trainer Leo Goth nicht ins Spiel und stand gegen den MTV Rosenheim schon mit dem Rücken zur Wand. Dann die überraschende Wende. Auf einmal lief es bei den Mannheimern und die Bayern um Spielertrainer Steve Schmutzler verloren den Zugriff auf das Spiel. Satz um Satz kämpfte sich der TVK heran und nutzte nach etwa 2,5 Stunden den ersten Matchball zum umjubelten 5:4 Auswärtssieg.


„So ein Spiel habe ich bis jetzt noch nicht erlebt“, resümierte ein verblüffter Felix Klassen nach dem Spiel. Der Zuspieler der Käfertaler konnte das Auf und Ab seines Teams und des Spielverlaufs sichtlich noch gar nicht greifen. „Das war absolut verrückt“. Die ersten drei Sätzen gingen auf dem Papier zwar nur knapp an die Hausherren aus Rosenheim, jedoch zeigte der TVK spielerisch eine ganz schwache Vorstellung. Einige leichte Fehler in der Abwehr, dazu eine schwache Zuspielleistung von allen Positionen. Der TVK kam nie richtig ins Spiel und Steve Schmutzler spielte das mit seinem MTV einfach clever. Mit 11:8, 11:9 und 11:8 aus Sicht der Bayern ging es in die erste Satzpause.

Etwas ratlos und frustriert wirken die Kurpfälzer, bei denen für den angeschlagenen Linus Mury nun Dominik Mondl in die Partie kam. Der Kapitän konnte zunächst aber auch nicht viel bewegen. Sichtlich verkrampft spielte man weiter und durch einige unglückliche Situationen ging der vierte Satz dann ebenfalls an Rosenheim. „Es war total der Wurm drin. Man hatte fast den Eindruck, dass wenn es nicht läuft auch noch Pech hinzu kommt und dann gar nichts mehr geht“, erklärte Mondl. „Um so erstaunlicher war es dann, dass durch die Umstellung im fünften Satz auf einmal mehrere Rädchen wieder ineinander griffen.“

Klassen wurde von Goth zu Beginn des Satzes etwas ins Zentrum gezogen, um die Angreifer Defensiv zu entlasten. Diese Umstellung zeigte Wirkung. Über eine kompaktere Abwehr kamen die Käfertaler ins Zuspiel, und das saß auf einmal. Trinemeier bekam nun endlich die Gelegenheit, seine Klasse an der Leine ausspielen zu können und nutze diese auch. Schmutzler, der Trinemeier aus dem Nationalkader gut kennt, nahm diesen nun regelmäßig mit der Angabe aus dem Spiel. Die Rechnung ging jedoch nicht auf. Fabian Braun, der den verletzten Marcel Stoklasa im Angriff ersetzte, bekam von Klassen die Bälle mustergültig aufgelegt und verwandelte ein ums andere Mal seine Angriffe. Zwei Mal 11:6, ein Mal 11:7; der TVK war wieder im Spiel.

Die letzten beiden Sätze waren dann ein offener Schlagabtausch. Auch Rosenheim reagierte und brachte nun immer häufiger Patrick Schiep im Angriff aus dem Spiel. Dieser fand auf dem tiefen Rosenheimer Rasen immer wieder die Lücken in der Käfertaler Defensive. Nick Trinemeier zeigte in dieser Drangphase der Rosenheimer aber auch seine beste Leistung in der Angabe und konnte so sein Team immer wieder im Spiel halten. Mit 12:10 sicherten sich die Mannheimer Satz acht zum 4:4 Ausgleich. Im Entscheidungssatz hatten zu Beginn die Bayern wieder leicht die Nase vorn. Abstimmungsprobleme beim TVK und clevere Angriffe des MTV sicherten ein 6:2 für Schmutzler&Co zum Seitenwechsel. Dann eine starke Phase der Käfertaler zum 6:6 und weiter ging es im ständigen Wechsel. Bei 10:9 für den TVK folgte ein längerer Ballwechsel, an dessen Ende Schmutzler einen Sicherheitsschlag auf Trinemeier in die Leine spielte und damit das Spiel beendete.

Nach dem Spiel reflektierte Fabian Braun die Partie: „Wir sind als Team nicht so richtig gestartet, die Abwehr hat nicht so recht gepasst mit vielen leichten Fehlern. Dadurch sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Im fünften Satz hat es dann auf einmal gepasst. Wir sind aufgekommen und die Rosenheimer müder geworden. Das konnten wir zum Glück bis zum Ende durchziehen.“

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